Meine musikalischen Wurzeln sind in den 90ern zu finden, klare Sache. Ich habe das Gefühl, dass damals noch echte Neuerungen passiert sind, es ist viel Musik erschienen, die NEU war, etwas, das man so noch nicht vorher gehört hatte. Angefangen Anfang der 90er mit dem Grunge-Hype, den ich a) nie verstanden habe und b) auch nie mochte, weiter über Techno bis hin zu gesellschaftsfähigem Metal (Die schwarze Metallica zB) und Trip-Hop.
Die 90er waren das Jahrzehnt, in dem vieles von dem, was in den 80ern noch irgendwo vor sich hin gegärt ist, einfach aufgeplatzt ist und alle mit Schleim zugesifft hat. In einem positiven Sinn. Gut, bei Techno mag man sich drüber streiten, ob die Welt das gebraucht hat (Vielleicht war Techno ja ok, aber die Welt hat mit Sicherheit keine latent agressiven, latzhosetragenden Autoproleten gebraucht, die man schon 4 Straßen weiter gehört hat. Egal. Sei´s drum. Dafür konnt man über sie herzlich lachen, vor allen, wenn die Karre auf jedem kleinen Steinchen aufsetzte und man die ängstlichen Blicke mitbekommen hat.)
Was mir heute ein wenig fehlt, sind Innovationen in der Musik. Gut, es gibt Leute, die Coldplay als Super-Innovativ und toll empfinden, ich persönlich eher nicht. Auch Lady Gaga, die ja so *ähem* innovativ und kreativ ist, besteht zu 90% aus seltsamen Klamotten, einem übernatürlichen Hang zur Selbstdarstellung, viel Schminke und nur zum Bruchteil aus guter Musik.
Im Metalbereich gibt´s sicherlich einige neue Dinge, aber nichts, was dem gleichkommt, was Metallica, Guns ´n Roses, Pantera und wie sie alle heißen Anfang der 90er geschafft haben – die Musik auf ein völlig neues Level zu heben.
Die Fanta 4 haben deutschen Hip-Hop gesellschaftstauglich gemacht. Und mit Texten, die besser sind, als das was 95% der deutschen Hip-Hopper heute hinbekommen und zum Großteil besser als das, was sie selbst heute hinbekommen. Madonna hat sich mit der Ray of Light neu erfunden, House of Pain waren die ersten erfolgreichen weißen Rapper (naja, und Vanilla Ice *hust*).
Rammstein kamen mit deutschem Metal um die Ecke, etwas, das vorher kaum denkbar war, weil alles, was deutsch und Metal war, einfach “gar nicht ging”.
Vielleicht liegt´s ja auch an mir, aber die Musik, an die ich mein Herz hängen kann, wird immer weniger. Das letzte, was mich wirklich “bewegt” hat, waren die Apokalyptischen Reiter, Jan Delay und Peter Fox. Der ganze Metal- , Death,- Pantoffelirgendwas-Core mag ja ganz nett sein, aber ist auch völlig austauschbar und seelenlos.
Weil ich heute ein wenig melancholisch war, habe ich einfach mal die CDs rausgesucht, die mich in den 90ern am meisten bewegt haben. Wenn mir ganz langweilig ist, schreibe ich auch noch dazu, warum. Aber nicht mehr heute.

wo is die Black Sunday? Und was is EMF?
Sonst dicke Zustimmung. Nur Clawfinger waren auch damals schon scheisse ;D
Ich mochte die Remixe lieber als die Black Sunday, sorry
david guetta. muß man nicht mögen, hat aber in den nach 90ern definitiv etwas ganz eigenes auf die beine gestellt.
Bewusst wahrgenommen habe ich den Namen just zur Minute das erste Mal. Daher kann der für meine musikalische Entwicklung in den 90ern nicht so allzu wichtig gewesen sein
Es gab sicherlich auch ausserhalb meines musikalischen Spektrums Leute, die irgendwas beeindruckendes gemacht haben.
Da ich aber noch nie was vom guten alten Dave gehört (als Person und nie bewusst Musik) habe, habe ich den in meiner Top 60-Liste mal grosszügig rausgelassen.
(und ich wette drauf, dass Du den in den 90ern auch nicht gehört hast – Zaffi hätte kein Wort mehr mit Dir geredet ^^)
Da waren mir dann RATM, Pantera und Biohazard schon ein bisschen wichtiger.
@Timobob: Das mit EMF war nur ein Witz, oder? Oo
nö, der guetta war auch eher nach den 90ern aktiv – zum thema innovatives aus den nach 90ern eben… und da gebe ich dir recht: den über-super-maximal-knaller vermisse ich auch weiterhin. viel pop (der nicht per se schlecht sein muß), viele cover, mal mehr, mal weniger schlecht aber so das richtig große, fette ding gab’s nach den 90ern imho nicht. aber ich warte immer noch darauf… *g*
Vielleicht sind wir auch schon zu alte Säcke für sowas. Vielleicht waren ja Sido und Bushido das nächste große Ding. Oder Mark Medlock. Vielleicht ist ja für Kiddies von heute Lady Gaga nicht so banal, wie sie es für uns ist, und Justin Bieber ist nicht der milchgesichtige Saftsack, für den wir ihn halten.
Vielleicht waren ja Hatebreed die neuen Metallica, und wir habens nicht mitbekommen. Und Coldplay sind die neuen U2. Obwohl… das passt sogar. U2 waren ja früher auch langweilig und völlig überbewertet und haben sich verkauft wie blöde.